• Arbeiten am G-Lader

    Hier findet Ihr die nötigen Arbeitsschritte, um einen G40-Lader auszubauen. Alle Richtungsangaben (rechts, links, ...) sind aus der Sicht von vorne auf den G-Lader hin bezogen.

    Folgendes Werkzeug wird benötigt, um den G-Lader beim Polo auszubauen:
    Werkzeug
    • Kleine Ratsche mit Verlängerung
    • 10er und 13er Nußeinsatz
    • 5er und 10er Imbuseinsatz
    • 19er (Ring-) Schlüssel
    • Große Wasserpumpenzange
    Arbeitsschritte:
    1. Kühlergrill entfernen
    2. Schlauch (vom G-Lader) zum Luftfilterkasten entfernen [2x 5er Imbusschrauben]
    3. Schlauch (vom G-Lader) zum Zylinderkopf entfernen [2x 5er Imbusschrauben]
    4. Winkelrohr (vom G-Lader) zum Schlauch (zum Ladeluftkühler (=LLK)) entfernen [4x 13er Sechskantschrauben]
    5. Befestigungswinkel am Krümmer entfernen
    6. Arretierungsschraube (links zwischen den Keilriemen) entfernen [1x 19er Sechskantschraube]
    7. Masseband zum G-Lader (am G-Lader) abschrauben [1x 13er Sechskantschraube]
    8. 1. Ölleitung (rechts seitlich beim Winkelrohr) entfernen [1x 13er Sechskant]
    9. Große, lange Imbusschraube hinten entfernen. An dieser Imbusschraube "hängt" der G-Lader [10er Imbusschraube]
    10. Nun kann man den G-Lader, evtl. unterstützt durch raushebeln mit einem großen Schraubenzieher, etwas rausziehen und nach rechts drehen.
    11. 2. Ölleitung (im eingebauten Zustand unter dem G-Lader, vorne/ oben beim LLK) lösen [14er Sechskand]
    12. Mit Wasserpumpenzange G-Laderrad festhalten und durch lösen der Sechskandschraube G-Laderrad entfernen (evtl. G-Laderrad mit Schraubenzieher raushebeln) [19er Sechskandschraube]
    13. G-Laderkonsole (unter dieser Konsole liegt der Zahnriemen vom G-Lader) entfernen [4x 13er Sechskantschrauben]
    14. Nun kann man den G-Lader durch evtl. leichtes drehen aus dem Motorraum rausheben

    G-Lader zerlegen
    Um einen G-Lader zu begutachten, muß er zumindest teilweise zerlegt werden, um z.B. die Laufflächen und die Nuten (wo sich die Dichtleisten befinden) auf Beschädigungen zu kontrollieren. Wie man den G-Lader auseinander nimmt, wird hier erklärt.

    Ihr braucht keine Angst vor dem Zerlegen eines G-Laders zu haben. Er beißt nicht und ist zum größten Teil ziemlich einfach auseinander zu bauen. Wer sich etwas unsicher ist, dem kann ich folgendes sagen: Wer es ohne Probleme schaft, den G-Lader aus dem Motorraum auszubauen, der ist auch in der Lage, einen G-Lader zu zerlegen. Auch der Zusammenbau gestaltet sich nicht besonders schwer, wenn man einige Dinge beachtet. Und diese Dinge werden hier beschrieben. In der Anleitung bezeichne ich die beiden Gehäusehälften als "vordere Hälfte" und "hintere Hälfte" . Als vordere Hälfte meine ich die Seite, wo das Laderrad befestigt ist und als hintere Hälfte die Seite, wo der 90°-Krümmer (oder auch Winkelrohr; zum Ladeluftkühler hin) befestigt ist.

    Folgendes Werkzeug wird benötigt:
    Werkzeug
    • Kleine Ratsche mit Verlängerung
    • 10er und 13er Nußeinsatz
    • 5mm Imbuseinsatz
    • 17er (Ring-) Schlüssel
    • Seitenschneider
    • Zange für Sperringe zu lösen oder zur Not eine Spitzzange
    • Wasserpumpenzange
    • Gummihammer
    • Metallhammer
    • Breiter Schlitzschraubendreher
    • Saubere Arbeitsunterlage (der Öl nichts ausmacht, z.B. eine Gummimatte)
    • Kunststoffleisten/Holzstückchen 50x50x200 als Arretierungshilfe beim Arbeiten am G-Lader


    Schritt 1: Hintere Gehäuseseite
    • Falls an der hinteren Hälfte der 90°-Krümmer noch dran ist, diesen abschrauben [3x 13er-Sechskantschrauben]
    • Die sechs außenliegenden Imbusschrauben rausschrauben [6x M5 Imbusschrauben]
    • Nun kann man den hinteren Gehäusedeckel abnehmen. Da dieser meistens so ohne weiteres nicht losgeht, mit einem Gummihammer leicht rings rum auf das Ladergehäuse klopfen. Zur Not geht das auch mit dem Griff eines größeren Schraubenziehers. Niemals jedoch einen Metallhammer oder ähnliches nehmen, da man sonst das Guß-Gehäuse beschädigen kann.
    • Hat sich die hintere Gehäusehälfte etwas gelockert, kann man mit einem breiten Schlitzschraubenzieher vorsichtig etwas nachhelfen. Diesen jedoch nie mehr als 5mm in den Spalt hineinstecken, da man sonst den innenliegenden Verdränger beschädigen kann.
    • Darauf achten, daß man die hintere Gehäusehälfte gerade abzieht.
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    Zusammenbau:
    • Auf den richtigen Sitz der Dichtleisten achten.
    • Dichtleisten entgegen der jetztigen Einbaulage und Drehrichtung einbauen. Dadurch haben sie einen besseren Sitz.
    • Hintere Gehäusehälfte gerade und vorsichtig aufsetzen. Dabei achten, daß sich die beiden Ansaugöffnungen der beiden Gehäuseseiten und die äußeren Verschraubungen überdecken.
    • Die sechs außenliegenden Imbusschrauben reinschrauben [6x M5 Imbusschrauben]


    Schritt 2: Verdränger
    • Schritt 1
    • Den Sprengring von der Verdrängerwelle nehmen.
    • Nun kann man das Ausgleichgewicht von der Verdrängerwelle abziehen.
    • Als nächstes den ovalen (Größe 9x6mm) Arretierungsbolzen, Paßfeder genannt, mit Hilfe eines Seitenschneiders von der Verdrängerwelle lösen.
    • Nun kann man den Verdränger vorsichtig abziehen. Dies funktioniert einfacher, wenn man dabei gleichzeitig das Laderrad hin- und herbewegt. Zum abziehen des Verdrängers jedoch keinen Schraubenzieher benutzen, da man sonst die Lauffläche beschädigen kann! Vorsicht beim abziehen des Verdrängers: Die Paßfedernut der Hauptwelle kann den Wellendichtring schnell beschädigen!
    Zusammenbau:
    • Schritt 4 (Zahnriemen vorher montieren und Zahnräder ausrichten)
    • Kontrollieren, daß die Dichtleisten richtig in den Nuten sitzen
    • Verdränger vorsichtig so drehen, daß das Nebenwellenlager über der Nebenwelle ist.
    • Jetzt das Laderrad leicht hin- & herbewegen und den Verdränger über die Verdrängerwelle mit leichtem Druck in die vordere Gehäuseseite einsetzen. Achtung, daß dabei der obere Wellendichtring des Verdrängers nicht beschädigt wird !!!
    • Nun wieder den Arretierungsbolzen einsetzen und das Ausgleichgewicht auf die Verdrängerwelle aufsetzen. Dabei muß die flache Seite des Ausgleichgewichtes nach oben zeigen. Das Ausgleichsgewicht darf kein Spiel haben. Ansonsten muß nachgearbeitet werden!
    • Zu guter Letzt den Sprengring anbringen


    Schritt 3: Konsole für G-Laderbefestigung
    • Die M10er-Sechskantschraube des Laderrades rausdrehen. Dabei das Laderrad mit einer Wasserpumpenzange festhalten, sonst bekommt man die Schraube nicht gelöst!
    • Laderrad abziehen (Evtl. vorsichtig raushebeln)
    • Die vier Befestigungsschrauben der G-Laderbefestigung losdrehen [4x M8-Sechskantschrauben]
    • G-Laderbefestigung abnehmen
    Zusammenbau:
    • In umgekehrter Reihenfolge


    Schritt 4: Zahnriemen
    • Schritt 3
    • Zahnriemen abnehmen: Dies geht relativ einfach, wenn der Zahnriemen mit den Fingern am äußeren Zahnrad etwas nach oben gedrückt wird und die Verdrängerwelle gedreht wird.
    Zusammenbau:
    • Die beiden Zahnräder so ausrichten, daß die kleinen Pfeile beide in einer Flucht mit den Achsen (der beiden Wellen) in die gleiche Richtung zeigen.
    • Zahnradausrichtung
    • Nun den Zahnriemen aufsetzen, indem man gleichzeitig ein Zahnrad leicht hin- & verdreht. Dabei achten, daß die Zahnräder sich dabei nicht verstellen.
    • Wenn der Zahnriemen aufgesetzt ist, muß sich der G-Lader am G-Laderrad per Hand um 360° drehen lassen. Wenn nicht, ist beim anbringen des Zahnriemens ein Zahnrad versetzt gewesen. In diesem Fall müssen die Zahnräder wie oben beschrieben neu ausgerichtet und der Zahnriemen erneut aufgesetzt werden.


    Schritt 5: Verdränger-Welle
    • Die Verdrängerwelle sollte man nach Möglichkeit in der hinteren Gehäuseseite drin lassen, da man beim herausnehmen der Verdrängerwelle schnell mal einen Wellendichtring beschädigt hat. Und wenn´s nicht anders geht ...
    • ... Schritte 1+2+3+4
    • Zahnrad der Verdrängerwelle abnehmen
    • Länglichen Arretierungsbolzen ("Paßfeder") von der Welle entfernen
    • Schraube in das Gewinde der Verdrängerwelle (Seite, wo das Zahnrad drauf sitzt) hineinschrauben
    • Nun gibt es zwei Möglichkeiten. Die schonendere Möglichkeit ist, die Welle mit einer Presse rauszudrücken. Eine andere Möglichkeit, habe ich folgend beschrieben:
    • Hinteres Gehäuseteil auf die Seite legen und gut festhalten (2. Person !?!)
    • Nun muß mit vorsichtigen Schlägen mit einem Metallhammer auf die eingedrehte Schraube geschlagen werden. Durch diese Schläge kann jedoch das Lager beschädigt werden.
    • Dadurch löst sich ein auf die Verdrängerwelle drauf gepreßter Metallring. Dieser Ring heißt "Ölschleuderring".
    • Diesen Vorgang bitte mit äußerster Vorsicht erledigen !!!
    Zusammenbau:
    • Verdrängerwelle in das hintere Gehäuse einsetzen und das hintere Gehäuse auf die Verdrängerwelle stellen.
    • Nun den Ölschleuderring mit der glatten Seite nach oben auf die Verdrängerwelle aufsetzen.
    • Jetzt den Ölschleuderring vorsichtig mit leichten Schlägen (gleichmäßig rings um den Ring) auf die Verdrängerwelle "hinunterschlagen". Wenn man eine Presse hat, ist die Verwendung der Presse dem "hinunterschlagen" auf jeden Fall vorzuziehen !!!
    • Kontrollieren, ob sich der Verdränger leicht drehen läßt, dabei jedoch möglichst kein Spiel hat.
    • Die Paßfeder (länglichen Arretierungsbolzen) in die Welle drücken
    • Zahnrad aufsetzen (Dabei muß der Rand (mit dem Pfeil) nach oben zeigen)
    • Zahnriemen montieren (Schritt 4)
    • Wenn man feststellt, daß ein Wellendichtring oder noch mehr defekt ist, so gibt man den betroffenen G-Lader am besten an einen G-Lader-Reparaturdienst ab. Und schaut euch in der allgemeinen Geschäftsbedingung der jeweiligen Firma genau durch, in wie weit die Garantieleistungen gehen. In diesem Punkt und in Sachen Material (falsche bzw. schlechte Qualität) wird viel Unfug betrieben.

Lieferzeit: 1 - 2 Tage*

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